Kennedy

Im Januar 1961 trat der mit äußerst knapper Mehrheit zum 35. Präsidenten der USA gewählte Demokrat John Fitzgerald Kennedy sein Amt an.

In Anlehnung an den Pioniergeist der amerikanischen Siedler legte er bald sein innenpolitisches Reformprogramm „New Frontier“ vor, das eine Steuerreform sowie Maßnahmen zur Verringerung der hohen Arbeitslosigkeit und zur Verbesserung der Sozialhilfe und der Arbeitslosenunterstützung, der Krankenversicherung sowie der Bildung enthielt. Pläne zur Ankurbelung des Wohnungsbaus, zur Slumsanierung sowie Hilfsprogramme für Getreidefarmer rundeten das ehrgeizige Reformvorhaben ab. Die meisten Gesetzesvorlagen scheiterten jedoch am Widerstand der Republikaner im Kongress, sodass die Amtszeit Kennedys in innenpolitischer Hinsicht nicht als wirklich erfolgreich angesehen werden kann.
Auch das Bürgerrechtsgesetz, mit dem Kennedy die rassistische Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung beenden wollte, konnte erst durch seinen Nachfolger verabschiedet werden.

Politische Erfolge erzielte Kennedy jedoch mit seiner Außenpolitik, die vor allem durch die Auseinandersetzungen mit dem Kommunismus geprägt war. Der Versuch, das kommunistische Regime Fidel Castros durch eine Invasion von Exilkubanern auf Kuba zu stürzen, scheiterte jedoch. Der Plan der Sowjetunion, zum Schutz vor einer amerikanischen Invasion auf Kuba atomare Waffen zu stationieren, führte im Oktober 1962 zur Kubakrise, einer drohenden atomaren Auseinandersetzung zwischen den beiden Supermächten. Die Bewältigung dieser Krise durch zähe Verhandlungen mit dem Sowjetführer Chrustschow gilt als größter außenpolitischer Verdienst Kennedys. Auch der anschließende Versuch, den Kalten Krieg zwischen Ost und West durch eine Entspannungspolitik zu beenden, geht auf Kennedys Engagement zurück.
Trotz seines großen Interesses an Maßnahmen zur Friedenssicherung in vielen Teilen der Welt verfolgte Kennedy aufwändige Rüstungsprogramme. Mit seinem Versuch, den zunehmenden Einfluss des nordvietnamesichen kommunistischen Vietcong auf den Südteil des Landes durch verstärktes amerikanisches militärisches Engagement zurückzudrängen, legte er den Grundstein für die Ausweitung des Konflikts unter seinem Nachfolger Johnson.

Den Deutschen ist Kennedy vor allem als charismatischer Persönlichkeit in Erinnerung. Anlässlich seines Berlinbesuches 1963 sicherte Kennedy mit seinem berühmten Satz „Ich bin ein Berliner“ den Deutschen die weitere amerikanische Unterstützung und Solidarität zu.

Kurz vor seiner als sicher geltenden Wiederwahl wurde Kennedy nach nur 1036 Tagen im Amt bei einem Attentat am 22. November 1963 ermordet.